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Homestory: Tradition trifft auf Moderne

Der Plan: Altbauwohnung mit Stuck an den hohen Decken und Terrasse in der Großstadt.
Die Umsetzung: Großes neues Haus ohne Stuck, mit zwei Terrassen und Garten am Land.

Nach etlichen Jahren Hauptstadtleben kehrte Julia (hanghaus15) in ihre Heimat zurück und baute mit ihrem Partner ein Einfamilienhaus in einer beschaulichen Gemeinde in Niederösterreich. Der Grundriss stammt Großteils aus eigener Feder und auch etliche Arbeiten am und ums Haus wurden in Eigenleistung erbracht. Aussicht und Licht waren zwei Hauptgründe für die Grundstückswahl. Das an einem Südhang gelegene Haus vereint beides. Die Innenraumgestaltung verbindet zudem modernes mit klassischem und erfüllt den Neubau mit einem ganz besonderen Charme. Nach dem Einzug im Frühjahr 2021 werden im kommenden Jahr der Garten angelegt und die Außenanlagen gestaltet.

1. In einem deiner Posts schreibst du von Liebe auf den ersten Blick was die Küche angeht. Was meinst du woran lag das?
Wie es meistens bei Liebe auf dem ersten Blick ist – es lässt sich kaum erklären, aber es passt einfach alles. Ich hatte zuvor überhaupt keine Vorstellungen von meiner Traumküche und dachte es würde ein langer Auswahlprozess werden. Wahrscheinlich war es im Endeffekt die Kombination aus klassisch und modern. Ich liebe die Architektur des Art Déco und das Küchendesign ist stark daran angelehnt.

2. Wie würdest du eure Küche beschreiben?
Außergewöhnlich aber nicht aufdringlich, schlicht aber nicht langweilig, klassisch aber nicht altbacken.

3. Eine Küche wie eure sieht man schon eher selten! Wie reagieren denn eure Gäste darauf?
Die meisten Besucher sind tatsächlich eher überrascht – aber im positiven Sinn. (Sagen sie zumindest 😉)

4. War auch etwas Mut nötig um sich für so ein besonderes Design zu entscheiden?
Ich finde gar nicht, dass das Design so besonders ist, dass man wahnsinnig viel Mut dazu braucht. Es ist aber vielleicht nicht die typische Küche die in einem österreichischen Neubau zu finden ist. Ich kann nur jedem raten, sich von Trends nicht zu sehr leiten zu lassen, sondern in sich selbst zu hören und das auszuwählen was einem wirklich am besten gefällt.

5. Was hattest du zu Beginn für Vorstellungen von eurer Küche?
Wie zuvor schon angemerkt, hatte ich kaum Vorstellungen. Auf keinen Fall wollte ich aber einen sichtbaren Dunstabzug. Ein Must-have war von Anfang an eine separate Speisekammer direkt neben der Küche.

6. Wie sah euer Prozess der Küchenplanung aus?
Dazu muss ich im Vorfeld sagen, dass wir so gut wie jeden Plan den wir hatten in der Bauphase ungefähr 3x wieder verworfen haben.
Da wurden Mauern wieder geschmissen, Lichtauslässe in die Betondecke gestemmt, Fenster versetzt… und eben auch das Küchenlayout im letzten Augenblick noch geändert.
Was uns am meisten geholfen hat, war die Küche im Rohbau mit Kartons nachzubauen und Arbeitsabläufe durchzuspielen. Gemeinsam mit unserer geduldigen Küchenplanerin konnten wir schlussendlich die perfekte Lösung für uns finden.

7. Aus welchem Material ist die Arbeitsplatte? Warum habt ihr euch dafür entschieden?
Wir haben uns für eine 3cm starke Platte aus weißem Quarzit entschieden. Ich mag die Optik von Marmor – zur Verwendung in der Küche wurde uns aber abgeraten.
Der Quarzit vereint mit seinem Aussehen, dem geringen Pflegeaufwand und seiner de facto Unzerstörbarkeit alle unsere Anforderungen an eine Arbeitsplatte.

8. Hattet ihr auch überlegt lange Griffe zu nehmen?
Um eine Alternative zu unseren Griffen hatten wir uns eigentlich gar nicht umgeschaut. In der Küche wurden manche Schränke aber auch mit Griffmulden oder Push-to Open umgesetzt.

9. Der beleuchtete Vitrinenschrank ist ein besonderes Highlight! Wie kamt ihr darauf?
Auch hier muss ich wieder auf den ersten Punkt. verweisen. Wir haben die Vitrine im Magazin gesehen und sofort überlegt, wo man eine solche in unser Layout einarbeiten konnte. Auch diese hat im Planungsprozess des Öfteren den Standort gewechselt. Im Endeffekt hat die Vitrine einen Platz im Herzen der Küche gefunden. Das Lichtband kann individuell von kalt- bis warmweiß eingestellt werden und dient uns abends oft als Ambientebeleuchtung.

10. Was musste beim Bau aufgrund des Hangs beachtet werden?
Der wesentliche Unterschied zum Bau auf einem geraden Grundstück ist wohl der Zusatzaufwand beim Aufbau der Bodenplatte. Dar Hang muss natürlich ausgeglichen werden um eine gerade Wohnfläche zu erhalten. Auf der Südseite haben wir fast ein vollständiges Geschoß aufgeschüttet. Abhilfe bei stärkeren Hanglagen kann da ein Split-Level Haus schaffen.

11. Euer Haus ist im Bauhaus Stil gebaut. Was genau bedeutet das?
Wenngleich es „den Bauhaus-Stil“ als isolierten Begriff strenggenommen gar nicht gibt wird er umgangssprachlich oft mit der Moderne in Architektur und Design gleichgesetzt.
Die Form ordnet sich komplett der Funktionalität unter, oder anders: "form follows function".
Tatsächlich habe wir die Formensprache des Hauses ein wenig von Walter Gropius – einem Begründer des Bauhauses – und den von ihm entworfenen Meisterhäusern in Dessau abgekupfert.
Wichtig waren uns zwei volle Geschoße ohne Schrägen nutzen zu können. Das auskragende Obergeschoß schützt den Wohnbereich im Sommer zudem vor Überhitzung.

12. Du sagst von dir selbst, dass du eher ungerne kochst und backst. Hat die Küche dazu geführt das sich das ein bisschen geändert hat? Oder schwingt dann doch eher dein Partner den Kochlöffel?
Da ich oft lange im Büro bin und erst spät nachhause komme habe ich um ehrlich zu sein meist gar keine Lust darauf groß aufzukochen. Oft fehlen mir die Ideen, zudem bin ich ein absoluter Salat-Junkie und daher bleibt die Küche oftmals kalt.
Mein Partner ist da schon etwas kochwilliger – etwas Nachhilfe könnte uns aber beiden nicht schaden 😉

13. Allgemein spielt bei euch Zuhause Licht und Farbe eine große Rolle – woher kommt das?
Farben beeinflussen nachweislich das Empfinden, sie steuern das Glücksgefühl und wecken Emotionen. So unterschiedlich wie wir alle sind, sind auch die jeweils bevorzugten Farbwelten. Ich persönlich war immer schon ein Fan von Farbe. Sei es in der Kleidung oder Kunst. Das spiegelt sich auch im Haus wieder. Bis auf die Decke findet sich darin keine einzige weiße Wand. Oft gefallen mir zwar nüchtern weiß, schwarz oder grau eingerichtete Häuser auf Fotos und Bildern – selbst darin wohnen möchte ich aber nicht.

14. Wie würdest du deinen Einrichtungsstil beschreiben?
Ich würde den Stil als „colorful modern-classic“ mit ein paar Einschlägen aus Mid-century modern beschreiben. Grundsätzlich aber halte ich mich selten an Vorgaben – zum Glück haben mein Partner und ich da einen ähnlichen Geschmack 😊

15. In einem deiner Posts schreibst du, dass du „alles außer gewöhnlich“ magst. Was bedeutet das?
Nun ja, ich glaube der Hang zum Außergewöhnlichen wurde mir schon angeboren :D
Um es auf das Thema Einrichtung herunterzubrechen: Mich faszinieren Möbel und Gegenstände die nicht in jedem Haushalt zu finden sind. Die eine Geschichte zu erzählen haben, oder einfach anders sind, als es der gegenwärtige Trend vorgibt.
Ich liebe auch die Kombination aus altem und neuem – so haben wir es im Haus ganz oft umgesetzt.

16. Wo findest du deine ganz besonderen Schätze?
Ich stöbere gerne auf Second-Hand- oder Auktionsplattformen. Unsere Barhocker in der Küche sind zum Beispiel aus einem Wiener Restaurant, die Designerlampe über der Kochinsel habe ich ebenfalls super günstig aus zweiter Hand. Aber auch auf Flohmärkten werde ich ab und an fündig – bei unserem letzten Urlaub in Südfrankreich durften drei Bilder von einem Wochenmarkt mitreisen.

17. Was bedeutet für dich das Leben in der Küche?
Da wir erst vor einigen Monaten eingezogen sind, kann ich das noch gar nicht so recht beantworten - aufgrund der offenen Gestaltung ist die Küche jedenfalls nicht nur Mittel zum Zweck, sondern lädt auch zum Wohlfühlen ein. Das war mir in allen Räumen wichtig.