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Homestory: Kinder in der Küche

Beate (@trinonella), Andi und ihre vier Kinder wohnen in einer Kleinstadt in Bayern. Beide arbeiten als Fluglotsen, wobei Beate derzeit noch in Elternzeit ist. Vor 3 Jahren haben sie ein Einfamilienhaus von 1990 gekauft, welches sie komplett entkernt und saniert haben. An Ideen mangelt es ihnen definitiv nicht. Mehr über ihr gemütliches Zuhause und die Küchenplanung mit Kindern verrät Beate in folgendem Interview:

1. Wie würdest du das Haus und deinen Einrichtungsstil beschreiben? Spiegelt dein Charakter deine Einrichtung wieder?
Unser Haus hat seine Ecken und Kanten. Wir haben sehr viel selbst gemacht und das ist nicht immer perfekt. Unseren Einrichtungsstil würde ich als nordisch gemütlich beschreiben. Wir mögen natürliche Materialien wie Holz und Leinen sehr. Ich selbst bin auch eher ein zurückhaltender Mensch, der aber klare Linien verfolgt. Ich mag es geordnet und dennoch nicht steril, im Leben genauso wie in der Einrichtung.

2. Was hat dich zu diesem Stil inspiriert?
Als Kind war ich mit meinen Eltern viel in Dänemark und Norwegen. Auch später sind mein Mann und ich viel gereist bevor wir Kinder bekamen. Andere Länder sind immer eine gute Inspirationsquelle. Zudem liebe ich es, Wohnzeitschriften und Interieurbücher zu lesen. Im Zuge der Renovierung habe ich mir außerdem sehr viel Inspiration bei Pinterest und Instagram geholt.

3. Ihr habt 4 Kinder. Welchen Einfluss haben eure Kinder auf eure Einrichtung?
Mit Kindern muss Einrichtung oft vor allem eins sein: praktisch. Dennoch möchten wir nicht auf schöne Dinge verzichten. Wir versuchen stets einen Kompromiss zu finden indem wir Materialien und Oberflächen wählen, die leicht zu reinigen sind. Vieles haben wir auch gebraucht gekauft, da ist es dann nicht ganz so schlimm, wenn mal etwas kaputt geht oder einen Kratzer bekommt. Ansonsten bringen die Kinder natürlich jede Menge Farbe in unser Leben, daher ist der Rest der Einrichtung farblich eher zurückhaltend.

4. Auf deinen Bildern ist immer alles top gestylt und es wirkt, als hätte jedes Teil seinen festen Platz. Wie schaffst du das trotz vier Kindern?
Oh, vielen Dank! Allerdings muss ich euch enttäuschen, auch bei uns herrscht oft das Chaos, wie in jeder anderen Familie auch. Bei einigen Ecken achte ich mehr auf Ordnung als bei anderen. Die Küche ist das Herzstück des Wohn- und Essbereiches, daher möchte ich, dass sie ordentlich ist. Das klappt mal gut und mal weniger. Ansonsten sorgen kleine Stauraumhelfer, wie Körbe oder Boxen dafür, dass das Aufräumen schneller geht.

5. Habt ihr ein Farbkonzept in eurem Haus? Und wie hat sich dies auf eure Küche ausgewirkt?
Ein spezielles Farbkonzept haben wir nicht, dennoch mögen wir es hell und gemütlich. Deswegen findet man bei uns viele weiße Möbel in Kombination mit Holz. Für die Küche war uns weiß allerdings zu „normal“ und unpraktisch. Die grauen Fronten sind nicht zu dunkel und trotzdem sehr pflegeleicht. Wir sind nach wie vor sehr froh, dass wir uns für diese Farbe entschieden haben!

6. Inwiefern findet sich der Stil des Hauses in eurer Küche wieder?
Die Küche wollte ich unbedingt hell und schlicht haben. Trotzdem sollte sie nicht steril wirken. Die Küche ist für uns gleichzeitig Wohnraum, hier findet ein Großteil des täglichen Lebens statt. Die Deko-Elemente, wie die Hakenleiste oder die Bilder bringen die Gemütlichkeit rein.

7. Was war euch bei der Küchenplanung wichtig?
Wir haben die Planung wirklich sehr oft geändert. Lange haben wir überlegt, wie wir die Küche optimal für unsere Familie gestalten können. Stauraum ist wichtig, aber wir wollten das offene Raumkonzept nicht durch Oberschränke oder eine Dunstabzugshaube durchbrechen. Viel Licht und Platz – das ist das, was wir sofort an diesem Haus geliebt haben und das wollten wir unterstreichen. Stauraum haben wir mehr als genug in den Unterschränken. Die Küchentheke war der zweite Punkt, der uns unheimlich wichtig war. Hier kommen Familie und Freunde zusammen. Die Küche sollte kein abgesonderter Bereich sein, sondern sich in den Wohnraum eingliedern. Weitere Wünsche waren die Holzarbeitsplatte und das Unterbauwaschbecken. Wir haben lange überlegt, ob diese Entscheidung mit Kindern so praktisch ist, aber glücklicherweise ist das Holz sehr unempfindlich.

8. Was hat dich zu dem Design der Küche inspiriert?
Auch hier war das Internet Fluch und Segen zugleich. An Ideen hat es uns wirklich nicht gemangelt, aber letztendlich muss man abwägen, was am besten zu einem passt. 
Auch ein Besuch im Möbelhaus ist hilfreich, man kann vieles besser einschätzen, wenn man es im realen Leben gesehen hat. Da muss es nicht mal um konkrete Designs gehen, sondern bspw. um Kleinigkeiten wie Abstände zwischen Schränken. Unser Küchenplaner hat uns hervorragend beraten, so ist unsere Arbeitsfläche etwas höher als üblich. Wir konnten vor Ort ausprobieren, ob das für uns ein Problem ist oder nicht.

9. Was war dir besonders wichtig bei der Gestaltung bzw. Ausstattung deiner Küche?
Wie gesagt, natürliche Materialien und unaufdringliche Farben waren mir beim Design sehr wichtig. Ansonsten haben wir uns für einen Muldenlüfter, statt klassischer Dunstabzugshaube entschieden. Bei den Elektrogeräten hat sich zudem mein Mann schlau gemacht. Wir haben z.B. eine extra leise Spülmaschine gekauft, da die Küche offen ist.

10. In eurer Küche sind keine Hängeschränke zu finden. Wie kam es dazu?
Das Erdgeschoss ist sehr hell und luftig. Wir haben damals sogar die Wand zum Wintergarten durchbrochen um den Wohn- und Essbereich noch offener zu gestalten. Ein riesiger Gewinn an Licht und Platz war das! Dieses Bild wollten wir durch Hängeschränke nicht wieder zerstören. Außerdem wollten wir von Anfang an einen Buffetschrank für den Wintergarten, um dort das Geschirr griffbereit zu haben. Somit brauchten wir in der Küche keinen zusätzlichen Stauraum in Form von Hängeschränken.

11. Die Theke an der Küche für den morgendlichen Kaffee und einen kleinen Snack zwischendurch?
Auf jeden Fall! Hier sitzen auch gern die Kinder um noch schnell vor der Schule etwas zu essen oder nachmittags Hausaufgaben zu machen. Auch beim Kochen gesellen sich gerne Freunde und Familie dazu und nehmen an der Theke Platz. Ich liebe es, dass sich Besucher wie selbstverständlich in unserer Küche bewegen!

12. Inwiefern hast du Kinderfreundlichkeit in eurer Küche berücksichtigt?
Scharfe oder spitze Gegenstände stehen auf der Arbeitsplatte, sodass sie nicht erreichbar sind. Außerdem ist viel Platz auf der Arbeitsplatte, so sitzen die Kinder auch gern mal darauf und sehen mir beim Kochen oder Backen zu oder helfen sogar mit. Die beiden Großen kochen in letzter Zeit sogar ganz allein! Dadurch, dass Töpfe, Pfannen und Kochzubehör gut verstaut sind, wissen sie genau, wo sie etwas finden und können sich austoben. Und vor allem sind sie gut zugänglich!

13. Was muss man aufgrund der Kinder besonders bei den Elektrogeräten beachten?
Fast alle Elektrogeräte sind bei uns verstaut oder werden nur angeschlossen, wenn sie benutzt werden. Der Ofen und der Herd haben eine Kindersicherung. Dennoch finde ich es wichtig, dass man Kinder nicht von den Geräten fernhält, sondern sie mit einbezieht und sie Schritt für Schritt mit der Handhabung vertraut macht. Die beiden Kleinen lasse ich dennoch nicht unbeaufsichtigt in der Küche.

14. Was hast du bei den Auszügen berücksichtigt?
Wir haben sehr viele Auszüge in der Küche, ich finde das praktischer als Türen. Es gibt größere Auszüge für Töpfe direkt unter dem Herd. So ist alles schnell zur Hand. In den kleineren Schubkästen befindet sich das Besteck bzw. Backzubehör oder Aufbewahrungsgefäße. Spezielle Einsätze helfen zusätzlich bei der Organisation. Und ganz wichtig: eine Krims-Krams-Schublade, wo man einfach kleine Dinge reinschmeißen kann!

15. Was mögen eure Kinder an der Küche?
Definitiv die Theke! Die fanden sie von Anfang an toll. Ich kann gar nicht genau sagen, was sie noch mögen, aber sie bewegen sich ganz selbstverständlich in der Küche. Vielleicht liegt es daran, dass sie so schön offen und im Wohnraum integriert ist.

16. Haltet ihr euch als Familie gerne in der Küche auf? Oder ist das eher dein Bereich?
Die Küche ist für uns gleichzeitig Wohnraum, wir verbringen hier einfach sehr viel Zeit! Wir alle kochen und backen gern und auch das Aufräumen gehört dazu!

17. Was bedeutet für euch das Leben in der Küche?
Die Küche ist für uns ein Ort, wo wir backen und kochen, aber auch reden, lesen, Spaß haben, experimentieren, lachen, streiten, Musik hören. Ich finde, eine Küche sollte nicht nur praktisch und funktionell, sondern vor allem gesellig sein!

18. Dürfen deine Kinder in der Küche mithelfen? Gibt es da bestimmte Tricks wie das ermöglicht werden kann?
Tatsächlich helfen die Kinder sehr gern in der Küche! Sie sehen ja immer, wie wir unser Essen zubereiten und sind natürlich neugierig und experimentierfreudig. Aufräumen gehört allerdings meistens nicht dazu. Daran, dass das auch dazu gehört, müssen wir sie öfter erinnern. Grundsätzlich glaube ich, dass Kinder einfach gerne am täglichen Leben teilhaben. Wenn man das unterstützt (z.B. mit Kinderkochbüchern) und die Zugänglichkeit gegeben ist, dann haben sicher viele Kinder Spaß daran in der Küche zu helfen. Unsere Kinder sind immer sehr stolz, wenn sie selbst etwas zubereitet haben.

19. Was war ein schöner Moment, den du mit deiner Familie in der Küche erlebt hast?
Es gab viele schöne Momente: wenn die Kinder ein Überraschungsessen kochen, wenn man an der Theke Witze macht oder wenn mein Baby im Waschbecken badet. Aber der schönste Moment war wahrscheinlich, als sie endlich aufgebaut war und wir sie benutzen konnten.